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Zeltlager Selker geht in Endrunde

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15.08.2008

Wie im Flug vergeht die Zeit, wenn 42 Kinder und Jugendliche zwei Wochen in der Natur verbringen. Die zweite Woche des Zeltlagers Selker in Kurzfassung.
 

Montag: Heute steht wieder ein Besuch im Freibad Pregarten am Programm. Ein hochsommerlich heißer Tag lässt da irgendwie keine andere Wahl. Mittlerweile ist die Gruppe schon gut auf die gemeinsamen Unternehmungen eingestellt und die Fahrt mit dem Zug ist fast schon Routine. Im Bad findet jeder schnell eine Beschäftigung. Ob es der Sprungturm ist oder die Wasserrutsche, das Beachvolleyballfeld oder der Wildwasserstrudel. Von Sonne, Wasser und der frischen Luft müde fallen wieder alle in ihre Schlafsäcke. Einzig die Spannung vor dem nächsten Tag steht bei manchen dem schnellen Einschlafen im Weg.

Dienstag: Endlich. Heute ist es so weit. Lange wurde sie von jenen herbeigesehnt, die sie schon einmal erlebt haben. Für die „Neuen“ ist sie schon ein Mythos, bevor sie stattgefunden hat: Die „Aktion Cobra“. Sie darf auf keinem Zeltlager fehlen. Auch wenn sie in den unterschiedlichsten Varianten zur Durchführung kommt. Aber vielleicht liegt darin ein Teil der Faszination begründet. Denn je nach geografischen Gegebenheiten und Zusammensetzung der Gruppe kann sie mit viel Kreativität durchgeführt werden. In mehr oder weniger großen Teams werden die Teilnehmer – meist mit verbundenen Augen – einige Kilometer vom Zeltplatz entfernt abgesetzt und müssen zum einen ihr Abendessen finden, zum anderen ihren Schlafplatz irgendwo im freien Gelände suchen.

Diesmal gibt es zwei etwas größere Gruppen, die unterschiedlich lange Strecken zurücklegen müssen. Jede Gruppe wird von drei Erwachsenen begleitet, die sich allerdings bezüglich Orientierung und Marschentscheidungen zurückhalten und nur im Notfall eingreifen. Während die zweite Gruppe nach anfänglichen leichten Orientierungsproblemen zügig vorankommt und gegen 18.00 Uhr ihr Abendessen in einem kleinen Waldstück aufspürt, gibt es bei der ersten Gruppe, die eigentlich für die Geübteren gedacht war, gewisse Grundsatzdiskussionen, die das Vorwärtskommen behindern. Richtung Linz sind zu diesem Zeitpunkt bereits hohe Gewittertürme zu sehen, die einen spektakulären Sonnenuntergang an den Himmel zaubern. Für die Übernachtung im Freien allerdings heißt das, dass es spannend wird. Während Gruppe eins noch bis etwa Mitternacht weitermarschiert und dann erst zu ihrem Abendessen kommt, hat sich die zweite Gruppe bereits mit Zeltplanen in einem kleinen Fichtenwald ihr Nachtquartier mehr oder weniger gemütlich eingerichtet. Der befürchtete Gewitterregen bleibt aus, erst gegen fünf Uhr Früh beginnt es leicht zu nieseln. Es war eine kurze und für die ganz Harten (die auf einen Schlafsack verzichtet haben) etwas kühle Nacht. Aber wer nichts wagt, hat nachher nichts zu erzählen. Und zu erzählen gibt es nach dieser Aktion wohl einiges.

Mittwoch: Die „Aktion Cobra“ mündet direkt in einen Besuch im Hallenbad in Linz. Irgendwie sieht man jedem die Müdigkeit an. Tatsächlich werden die Liegen intensiver als sonst genützt. Sauber aber müde geht es mit dem Zug wieder nach Hause.

Inzwischen hat es von der Luftballonaktion bereits die ersten Rückmeldungen gegeben. Zwei Karten wurden von Findern eingeschickt. Eine ist in der Gegend von Ybbs, die andere bei Melk gefunden worden.
Zusätzlich zum Abendessen haben sich einige Teilnehmer vom Supermarkt eine Tiefkühlpizza mitgebracht. Der selbstgebaute Pizzaofen am Gelände wird aktiviert. Tatsächlich wird die erste und dann die zweite Pizza nicht nur warm, sondern sogar knusprig. Mahlzeit!

Der Abend klingt wieder am Lagerfeuer mit einer Andacht von David aus. Er erzählt über den sich zu den Plymouth Brethren zählenden Missionar Jim Elliot, der in Ecuador in jungen Jahren bei dem Versuch, bisher unerreichte Indio-Stämme zu besuchen, ums Leben kam. Seine Frau führte seine Arbeit fort. Obwohl diese Eingeborenen ihren Mann umgebracht hatten, gelang es ihr, diese Menschen mit dem Evangelium von Jesus zu erreichen.

Donnerstag: Endlich wieder einmal einen Tag am Zeltplatz. Die Sonne drängt sich schön langsam wieder durch die Wolken. Nach der Zeltkontrolle und der Bibelarbeit über das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner stehen der Fotowettbewerb, Workshops und Sport am Programm.

Der Fotowettbewerb biegt in die Zielgerade: Heute Abend sollten von allen, die mitmachen, ein bis zwei Fotos abgegeben werden. 21 Bilder kommen zusammen, aus denen am Freitag Abend die Gewinner ermittelt werden. Daneben absolvieren einige noch einige entscheidende Volleyball- sowie Fussballspiele. Und wer dann auch noch ein T-Shirt kreativ bemalen bzw. bedrucken, Jonglierbälle basteln und beim Specksteinschnitzen dabei sein will, der hat echten Freizeitstress. Aber die Stimmung ist ausgezeichnet und so lässt sich auch diese „Herausforderung“ meistern.

Alle Vorbereitungen laufen auf das Lagerfeuer und die Abendandacht zu, als in der Ferne erste Donner zu hören sind. Schnell werden die nötigen Vorbereitungen getroffen, denn der Himmel beginnt, sich dunkler als gewöhnlich zu verfärben. Dann fallen die ersten Tropfen, die sich im Lauf des Abends zu einem heftigen und ausgiebigen Gewitter verstärken. Die Abendandacht beim Essplatz wird zu einer akustischen Herausforderung, das Prasseln des Regens und der Donner machen die Verständigung teilweise sehr schwer. Als Christian die Geschichte von Konstantin Tischendorf, dem jungen Studenten aus Leipzig, erzählt, lässt aber auch der Regen etwas nach. So ist es möglich, die spannende Geschichte dieses Sprachwissenschaftlers aus dem 19. Jahrhundert mit zu verfolgen. Tischendorf war es, der zunächst auf sensationelle Weise den in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrten „Codex Ephraemi“ entschlüsselte. Diese alte Bibelhandschrift war im 12. Jahrhundert überschrieben worden. Tischendorf gelang es, den ursprünglich im 5. Jahrhundert auf die Pergamentblätter geschriebenen Bibeltext wieder herzustellen. Entscheidend für die Bibelforschung aber war seine abenteuerliche Entdeckung des „Codex Sinaiticus“, einer vollständigen Bibelhandschrift, die ca. 325 n. Ch. erstellt wurde. Damit war es Tischendorf gelungen, einen wesentlichen Beitrag zum Beweis der Glaubwürdigkeit der Bibel zu leisten.

Das für den Abend geplante Nachtspiel fällt dem wieder heftiger werdenden Regen zum Opfer. Nach dem alle in ihren Zelten verschwunden sind, zieht erneut ein heftiges Gewitter über den Platz, das es auch erforderlich macht, durch einige gezielte Gräben dem Wasser den richtigen Weg Richtung Bach zu weisen. Als am nächsten Morgen bekannt wird, dass es in unmittelbarer Nähe auch heftigen Hagel gegeben hat, ist die Dankbarkeit für Gottes Schutz noch größer. Bis auf das Betreuerzelt von Carina sind alle Zelte trocken geblieben. Die weitere Nacht verläuft problemlos und ruhig.

Freitag: Zwar lichten sich die Wolken und die Sonne wagt sich zaghaft hervor, aber für einen Freibadbesuch reicht es heute absolut nicht. Daher geht es noch ein letztes Mal nach Linz. Diesmal aber in ein anderes Hallenbad. Die hier befindliche Rutsche ist anspruchsvoller und wird intensiv frequentiert. Während dieser Bericht fertig gestellt wird, setzt erneut Regen ein. Vom weiteren Verlauf des Zeltlagers, das am Sonntag zu Ende geht, können sich die Eltern demnächst aus erster Hand informieren.

Schon jetzt aber kann gesagt werden, dass die Gruppe trotz aller Unterschiede sehr rasch zu einer harmonischen Familie zusammengewachsen ist. Das ist auch für das Betreuerteam eine schöne Erfahrung, die zeigt, dass sich der Einsatz lohnt. Erinnerungen fürs Leben für jeden Teilnehmer, neue Freundschaften und geistliche Impulse für ein Leben mit Gott – darum geht es.

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