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16.12.2015

Abschied von einem lieben Kollegen

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Er wurde am 23. März 1938 in Klagenfurt als zweites von vier Geschwistern geboren. Nach dem frühen Tod seiner Mutter sorgte eine Stiefmutter für die Familie und es kamen noch zwei weitere Geschwister dazu. Von Kind an interessierte sich Alfred für Religion, deswegen wurde er auch Ministrant in der römisch katholischen Kirche.

Nach der Schule erlernte er den Beruf eines Tapezierers. 1955/1956 begann er sich immer mehr für die Bibel zu interessieren und studierte mit dem adventistischen Pastor Edgar Herrnstein die Bibel. Am 29. März 1957 wurde er getauft und Mitglied der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Von 1958 – 1960 begann er das Theologiestudium am Seminar Schloss Bogenhofen, wo er auch seine zukünftige Frau Resi kennenlernte.

Von 1961 – 1962 schloss er sein Theologiestudium am theologischen Seminar Marienhöhe in Darmstadt ab. In seiner Endbeurteilung stand: „vielseitig verwendbar“. Am 23. September 1962 fand die Hochzeit von Alfred und Resi Jungwirth statt. Von 1963 bis 1967 begann das Ehepaar Jungwirth den Dienst als Pastorenehepaar in Innsbruck, durch  Karl Fischbacher als Mentor begleitet.

Nach seiner Ordination zum Predigtamt 1967 wurde er gerufen, die Außendienstmitarbeiter des Wegweiser Verlags (heute Top Live Wegweiser-Verlag) zu betreuen, eine Tätigkeit, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1999 wahrnahm. Viele seiner ehemaligen Kollegen denken mit Dankbarkeit zurück an seine stete Hilfsbereitschaft, die weit über das normale Maß hinausging.

In den Jahren 1968 und 1971 wurden die beiden Töchter Erika und Martina geboren.

Wenn sich neben seinem beruflichen Engagement und der Familie noch etwas Freizeit fand, füllte er sie gerne mit Wandern, Reiten, Schwimmen, Paddeln, Radfahren, Fotografieren, Schwammerl suchen und Beeren pflücken. Wobei ihm ein Hobby umso lieber war, je mehr es ihn anstrengte.  

Im Jahr 1999 zog das Ehepaar Jungwirth nach der Pensionierung nach Klagenfurt. In der dortigen Adventgemeinde diente er längere Zeit als Gemeindeältester und nahm noch viele andere Aufgaben wahr.

2009 erfolgte ein weiterer Umzug in die Obersteiermark zu seiner Tochter Erika und dem Schwiegersohn Georg. Auch die Gemeinde Liezen profitierte sehr von seinen vielfältigen Gaben, wieder war er einige Zeit Gemeindeältester.

Im Jahr 2013 erfolgte dann der Umzug ins Altenwohnheim Haus Stefanie auf den Semmering. Von Ruhe war auch hier keine Rede. Bald übernahm er auch in der Adventgemeinde Semmering die Verantwortung als Gemeindeältester und kümmerte sich hier um viele Belange der Heimbewohner. Er war der gute Geist in diesem Haus.

Leider hatte er von der Genetik her kein sehr gutes Herz. Im Jahr 1995 erlitt er den ersten Herzinfarkt, 2010 einen zweiten. Es folgten zwei Bypass Operationen und Blutgefäße wurden gedehnt. Eigentlich sollte er sich aufgrund der Herzprobleme schonen, aber Schonung war ein Fremdwort für ihn.

Er war nach wie vor in den Bergen unterwegs und hielt nicht viel von Einschränkungen. Man hörte ihn auch nie jammern oder klagen, unermüdlich half er wo er konnte. Wer wegen einer Erkältung einen Krenwickel brauchte, der hat ihn bekommen … Er mochte Menschen, interessierte sich für sie und war sehr gesellig. Er war ein sehr angenehmer Zeitgenosse.

Alfred Jungwirth war auch ein sehr gläubiger Mann. Er hätte Bücher schreiben können über seine Erfahrungen mit Gott. Durch sein konsequentes und tägliches Bibelstudium hatte er ein enormes Bibelwissen. Beim Bibelquiz galt er als unschlagbar. Es war aber kein theoretisches Bibelwissen, sondern der gelebte Glaube, der ihn auszeichnete.

Im Frühsommer dieses Jahres wanderte er in einer Mehrtagestour von Bruck über die Fischbacheralpen zum Semmering , mit einem 10 kg Rucksack am Rücken. Und am 2. November machte er noch eine intensive Wanderung von über 20 Kilometern. Am Dienstag, 3. November, hatte er auf der Passhöhe am Semmering bei der Raiffeisenkasse einen dritten Herzinfarkt. Er wurde von einer Mitarbeiterin der Bank wiederbelebt und in die Intensivstation des Krankenhauses nach Bruck gebracht. Er wurde dort sehr gut betreut und versorgt, kam aber nicht mehr wirklich zu Bewusstsein. Am Freitag, dem 4. Dezember 2015 ist er ruhig eingeschlafen.

Wir denken in unseren Gebeten an die Angehörigen und wünschen ihnen und uns Trost in der Zuversicht, dass wir Alfred Junwirth am Tag der Wiederkunft Jesu bei der Auferstehung wieder in die Arme schließen dürfen!

Autor: Herbert Brugger, Oliver Fichtberger