02.10.2020

Denken ist kein Luxus

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Vor kurzem sagte eine liebe Bekannte zu mir: „Denk doch mal über unser Gespräch nach – über deine Sichtweise“. Beim Überlegen dieser Worte wurde mir wieder einmal bewusst: Denken ist eine großartige Fähigkeit.

Welche Möglichkeit haben wir Menschen da vom Schöpfer mitbekommen! Wir können über Vergangenes reflektieren, Dinge in Frage stellen, Zukünftiges planen und das Heute in Gedanken prüfen und gestalten. Einzigartig ist diese Gabe des Menschen, die ihn deutlich vom Tier unterscheidet und ihn als Wunderwerk der Schöpfung auszeichnet. Nachdenken ist jedoch keine rein intellektuelle Übung, sondern hat durchaus praktische Folgen auf unser alltägliches Leben. Ein bekanntes Sprichwort beschreibt es sehr treffend: „Säe einen Gedanken, und du wirst eine Handlung ernten. Säe eine Handlung, und du wirst eine Gewohnheit ernten. Säe eine Gewohnheit, und du wirst einen Charakter ernten. Säe einen Charakter, und du wirst ein Schicksal ernten.“ Es scheint also nicht ganz unwichtig zu sein, was und wie wir denken. Denn aus Gedanken werden Taten, die unser Leben, unser Lebensgefühl und damit auch unser Glück und unsere Zukunft mitbestimmen. Das gilt natürlich genauso, wenn wir ungeprüft Gedanken anderer übernehmen! Tun wir das, geben wir die Verantwortung für uns leichtfertig aus der Hand und lassen uns fremdbestimmen. Denken wir noch selbst? Haben wir den Mut, die Gedankengebäude unserer Gesellschaft zu hinterfragen? Nur, wenn wir dazu den Mut haben, werden wir auch unser eigenes Leben finden. Denn was wir denken und glauben, macht letztlich den Unterschied zwischen einer Persönlichkeit und einem Mitläufer aus.


Das betrifft auch die Welt des Glaubens. Wissen wir, was wir glauben? Schlagen wir noch selbst die Bibel auf, um unsere Gedanken über Gott und die Welt zu überprüfen? Oder schwimmen wir schon im Strom der Glaubensinhalte anderer? „Prüft aber alles und das Gute behaltet“, fordert uns Paulus auf (1.Thessalonicher 5,21). Wer nachdenkt, gewinnt Profil. Und das ist es, was die Welt heute braucht: Christen mit Profil. Das heißt nicht, dass Gläubige „Besserwisser“ sein sollten, sondern Menschen, die einen klaren Standpunkt vertreten und sich nicht scheuen, von ihrem Glauben zu reden. Die Erfahrung zeigt, dass eine ehrliche Meinungsäußerung mehr respektiert wird als ein verlegenes, halbherziges „Herumreden“. Ein mutiges Glaubenszeugnis bringt auch andere zum Nachdenken! Es ist wunderbar, denken zu können – und die Bibel rät uns, diese Fähigkeit im positiven Sinn zu nutzen: „Was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!“ (Philipper 4,8) Das wünsche ich dir: dass du deine Gedanken bewusst auf das Gottgefällige richtest und dadurch ein Christ mit Profil bist, der zu seiner - gut durchdachten - Überzeugung steht. Denn Denken ist kein Luxus, sondern lebensnotwendig!

Autor: Claudia Flieder

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