04.10.2019

Entscheidungen fürs Leben

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Ein neuer Tag liegt vor mir. Schön soll er werden, gut soll er werden. Mal sehen, was mir in den Schoß fällt, wohin mich das Leben treibt, wie es weitergehen wird. Vielleicht erlebe ich heute die eine oder andere nette Begegnung,

... möglicherweise wird dies oder das passieren – ich lass mich einfach überraschen!

Was erwarten Sie von Ihrem heutigen Tag? Wer oder was soll Ihnen begegnen, wie sollen die Stunden verlaufen? Vielleicht haben Sie schon konkrete Vorstellungen, vielleicht aber lassen Sie alles einfach auf sich zukommen …

Fällt Ihnen etwas auf? Oder kommt Ihnen diese Lebenshaltung durchaus bekannt vor? Haben Sie erkannt, wohin uns unser heutiges Thema treibt? Stichwort: Um die Fähigkeit, selbst zu entscheiden.

Stellen Sie sich doch jetzt bitte mal eine Schiffsreise vor, zu der Sie eingeladen sind. Sie befinden sich an Deck eines Luxusliners und genießen die wunderbare Umgebung und das angenehme Ambiente. Scheint alles zu passen, nur etwas stimmt nicht ganz … Bis Ihnen bewusst wird: Das Schiff hat keinen Kapitän. Es wird nicht gesteuert, es treibt ziellos dahin. Albtraum, nicht wahr!? Fragt sich bloß, warum uns das beim Leben nicht stört? Warum es scheinbar nichts ausmacht, im Leben andere bestimmen zu lassen oder den Umständen zu vertrauen, statt selbst zu entscheiden?

Aber vielleicht erwarte ich mir ja etwas davon. Es erscheint bequemer und weniger mühsam, keine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die andern werden es schon richten. Im Zweifelsfall müssen dann auch der Zufall, das Schicksal oder die Sterne für mein Lebensgeschick herhalten. Die Frage ist nur, was mittel- und langfristig mehr Wert hat und wirklich von Vorteil ist? 

Wer nicht mehr selbst entscheidet, gibt die Kompetenz über das eigene Leben nach außen ab. Ein riskantes Spiel, denn wem oder was vertraue ich mein Leben an? Wer sollte statt mir leben? Von wem oder wodurch lassen wir uns wirklich leiten im Alltag? Wer drängt und bewegt uns, dies oder jenes zu tun?

„Na, Moment mal“, werden Sie jetzt vielleicht sagen, „der Chef in meinem Leben bin ICH, ich entscheide, wo es langgeht!“ Sind Sie da so sicher? Das mag auf der einen Seite wohl stimmen, doch andrerseits: Wie oft werden wir in unseren täglichen Entscheidungen beeinflusst? Wer ist schon immun gegen Werbestrategien und Gruppendruck, gegen Trends und Modeerscheinungen? Wer ist wirklich frei, unbeeinflusst zu entscheiden?

Mein Leben ist maßgeschneidert – eben für mich. Ich bin der Herr in meinem eigenen Haus und wenn nicht ich es bin –  wer dann? Wovon machen Sie Ihr Leben abhängig? Wer sollte es statt Ihnen leben, gestalten, füllen, erleben? Und andersrum: Wer wieder selbst entscheidet, erlebt etwas Eigenes.

Das Leben persönlich zu gestalten, ist eine wunderbare Fähigkeit, die Gott dem Menschen mitgegeben hat. Darin liegt unsere Freiheit und Kompetenz. Ich entscheide, wohin es heute gehen soll. Wer nur darauf wartet, dass die anderen etwas mit ihm machen oder für ihn tun, der versäumt sein eigenes Recht. Ja, Sie haben richtig gehört. Denn es geht nicht um eine Pflicht, um ein lästiges Muss, sondern um ein großes Vorrecht, selbst entscheiden zu können. Wer jeden Tag, ja jede Minute als Chance sieht, das Leben zu gestalten und zu erleben, der ist dem Leben und seinem Sinn auf der Spur. Wer sein Leben als Geschenk sieht und annimmt, der hat es nicht mehr nötig, sich treiben zu lassen. Der weiß, dass er etwas unendlich Wertvolles anvertraut bekommen hat, das es durch eigene Entscheidungen zu formen und zu gestalten gilt. So eröffnen sich neue Perspektiven wie Türen zu einem erfüllten Leben!

Autor: Claudia Flieder

Bildnachweis: pixabay