18.12.2020

Fest des Friedens

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Er ist schon 80 Jahre alt und hat bereits eine Menge Ungerechtigkeit erlebt – jener Bibelfernkursteilnehmer, der mir schrieb: „Ich sehne mich nach Frieden“.

Er hat vielen aus der Seele gesprochen, denn Tag für Tag werden wir durch die Medien mit einer krisengeschüttelten und von Kriegen bedrohten Welt konfrontiert. Sehnsucht nach Frieden – steht sie nicht ganz zuoberst auf unserer persönlichen Wunschliste?


Doch es ist nicht nur die große weite Welt, die Frieden braucht. Oft genug geht uns Frieden auch im privaten Bereich ab. Streit und Vorwürfe, Kälte und Kritik belasten so manche Partnerschaft und Familie. Da wird es zur Herausforderung, das „Fest der Liebe“, das „Fest des Friedens“ zu feiern. Tatsächlich wird kaum zu einer anderen Jahreszeit so viel gestritten wie rund um Weihnachten. Zu groß ist der emotionale Druck, eine perfekte Idylle herzustellen und liebe Familie zu spielen. Unter der Oberfläche brodelt und kocht es. Schade darum, denn ein Fest des Friedens zu feiern, täte uns allen gut – auch unseren Gemeinden. Was kocht und brodelt da unter der Oberfläche? Mit wie viel Kritik und Vorwürfen begegnen wir einander? Wird es da auch zu einer Herausforderung, eine liebevolle Gemeinde Jesu Christi darzustellen?


Auf dem politischen Parkett braucht es oft einen Friedensstifter, der hilft, die großen Konflikte beizulegen. Bräuchten wir Christen nicht auch manchmal diesen Friedensstifter? Tun wir uns nicht schwer, miteinander gut auszukommen? Wir stehen in der Nachfolge Jesu und sind doch manchmal mehr mit uns als mit unserem Herrn beschäftigt. Der Friedensstifter ist bereits gekommen. Manche feiern seine Ankunft zu Weihnachten, andere wiederum jeden Tag: das Kommen des Gottessohnes in diese Welt. Wie lautete sein Titel? „Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“ (Jesaja 9,5). Jesus ist gekommen, um eine kalte, rebellische und verdunkelte Welt mit Gott zu versöhnen. Selbst verachtet und abgelehnt musste er einen hohen Preis dafür bezahlen: sein Leben am Kreuz von Golgatha. Wie wertvoll ist seine Hilfe in den großen und kleinen Belangen des (täglichen) Lebens!


Jesus bietet uns keinen billigen (Schein-)Frieden an, der doch nur kurz hält und bald wieder zerfällt. Nein, er schenkt Frieden dort, wo Hass und Gewalt, Neid und Streit, Vorwürfe und destruktive Kritik das Leben bestimmt haben. Wer diesen Jesus von Nazareth annimmt und sein Leben mit ihm gestaltet, der findet Frieden – mit Gott, mit dem anderen und mit sich selbst. Unsere Welt heute braucht nichts so dringend wie den Friede-Fürsten, und dennoch geht die Masse achtlos an ihm vorüber. So soll es bei uns nicht sein. Feiern wir das Fest des Friedens - nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Tag neu!

Autor: Claudia Flieder

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