29.03.2019

Gib dein Bestes!?

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Schon als Kind hörte ich diesen Satz: „Gib dein Bestes!“ Also gab ich mein Bestes in der Schule, zumindest von Zeit zu Zeit. Auch im Studium gab ich mein Bestes, vor allem dann, wenn es „drauf ankam“.

Unmittelbar nach dem Ende meines Studiums trat ich noch sehr jung meinen Dienst in der Gemeinde an. Ich war voll motiviert, hatte viel gelernt und wollte meine Sache gut machen! Zum Beispiel bereitete ich mich intensiv auf Predigten vor und war fest davon überzeugt, mein Bestes zu geben. Dummerweise hatten manche an meinem Besten etwas auszusetzen. Da gab ich mein Bestes – mehr konnte ich nicht – und dann wagte es jemand, mein Bestes zu kritisieren. Das traf mich hart und ich konnte sehr schlecht damit umgehen. Ein negativer Gedanke mündete in den nächsten und sie formten sich zu einer düsteren Kette: Wenn mein Bestes nicht gut genug ist, bin ich vielleicht nicht gut genug? Wenn mein Bestes nicht taugt – wozu tauge ich dann überhaupt? Was bin ich dann wert? In jener Zeit war ich sehr verletzlich. Doch Gott arbeitete an mir. Langsam dämmerte mir eine Erkenntnis, die für meine bisherige Einstellung ein Donnerschlag war: Gott will nicht mein Bestes. Ich gebe zu, das klingt sehr seltsam, aber ich stehe dazu: Gott will nicht mein Bestes. Er will nur mich. Mit Haut und Haar, mit allem, was ich im Moment zu geben habe, sei es viel, sei es wenig.

Als leidenschaftlicher Heimwerker schätze ich gutes Werkzeug. Daher habe ich sofort verstanden, was Gott sagen will, wenn er in Apostelgeschichte 9,15 Paulus als sein Werkzeug bezeichnet. Damit das Werkzeug seinen Zweck recht erfüllen kann, muss es von Zeit zu Zeit geschliffen werden. Dieses Bild half mir, einen ganz neuen Blick für mich und meinen Dienst zu bekommen: Was ich gestern gut gemacht habe, kann ich heute noch besser machen. Was heute gut gelingt, kann morgen noch besser gelingen, weil Gott mich als sein Werkzeug führt und ständig neu zurüsten will für meine Aufgabe.

So hat Gott mir geholfen, besser mit Kritik umzugehen. Vor allem dann, wenn ich spüre, dass jemand konstruktiv sein möchte und seine Anregung hilfreich ist, kann ich mich von Herzen freuen, wenn ich merke, dass Gott mir durch einen Mitmenschen einen Tipp gibt, der weiterhilft. Es geht ja nicht um mich. Das Werkzeug steht nicht im Mittelpunkt, sondern Gott und das, was er durch das Werkzeug erreichen möchte.

Hast du dir für dieses Jahr vorgenommen, dein Bestes zu geben oder dich in irgendeinem Bereich zumindest sehr anzustrengen? Vielleicht ist es zielführender Gott zu sagen: „Herr, hier bin ich, mit allem was ich bin und habe. Danke, dass du mich gebrauchen willst und ich Tag für Tag dazulernen darf!"

Autor: Oliver Fichtberger

Bildnachweis: pk7-pics

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