01.04.2022

In Essig getauft

Bild zum aktuellen Blog-Eintrag

Ein grantiger Christ ist schlechte Werbung für unseren liebevollen und lebensfrohen Gott. Leider sehen manche so aus, als wären sie in Essig getauft worden, weil sich so selten ein Lächeln auf ihre Lippen verirrt.

Wenn wir sauer sind, lassen wir Gott ganz schlecht dastehen – so, als gäbe es bei ihm nichts zu lachen ...
Es ist schön, dass wir wie David beten dürfen: Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils und stütze mich mit einem willigen Geist! Psalm 51,14. Gott möchte, dass wir uns freuen. Aber er zaubert die Freude nicht einfach in uns hinein, so, als ob wir nichts dazu beizutragen hätten. David hat das sehr gut verstanden, deswegen bittet er Gott gleichzeitig um einen willigen Geist. Wenn wir Gott um Freude bitten, dann lenkt er unseren Blick auf das, was Freude in uns hinterlässt. Und er macht uns bewusst, dass es vor allem an uns selbst liegt, wenn wir uns die Freude rauben lassen.  Bei mir kommt es sehr darauf an, wo ich hinsehe und womit ich mich beschäftige:: Manches davon zieht mich runter, anderes zieht mich nach oben. Bei allem, was auf mich einströmt, muss ich mich immer wieder fragen: Bin ich willig, meinen Blick von Gott leiten zu lassen? Erlaube ich ihm, meine Gedanken zu führen und mich auf das zu konzentrieren, was gut ist, was ihm gefällt und zielführend ist? Römer 12,2.
Manche suchen vor allem das Schlechte, alles, was nicht in Ordnung ist, alles was Böse scheint und decken es auf. Sie finden in jeder Suppe ein Haar. Und wenn keines drin ist, schütteln sie so lange den Kopf, bis eines reinfällt.
Male einen gut sichtbaren schwarzen Punkt auf ein weißes Blatt Papier und frage einige Leute, was sie da sehen. Die meisten werden sagen: Einen schwarzen Punkt. Es ist seltsam, dass wir so von dem angezogen werden, was nicht passt – und den großen Rest weißen Papiers ausblenden. Unsere Zunge berührt immer wieder die eine Stelle im Mund, die nicht heil ist.
Wenn ich aber zulasse, dass vor allem das Schlechte, das Negative und scheinbar Böse meine Aufmerksamkeit fesselt, dann brauch ich mich nicht zu wundern, wenn ich dabei grantig werde.
Nun sollen wir sicher nicht so tun, als ob es nichts Böses gäbe und es einfach ignorieren. Wenn du dabei aber übersiehst, was Gott dich Gutes und Schönes sehen lassen will, dann brauchst du dich nicht wundern, wenn alles dunkel scheint und dir dabei die Freude vergeht.
Willst du Freude haben und froh sein? Dann schau auch auf das, was Freude bringt: … denkt über das nach, meine Geschwister, was wahr, was anständig und gerecht ist! Richtet eure Gedanken auf das Reine, das Liebenswerte und Bewundernswürdige; auf alles, was Auszeichnung und Lob verdient! Philipper 4,8                           

Autor: Oliver Fichtberger

Bildnachweis: freepik/drobotdean

Gottesdienste online