06.11.2020

Jetzt oder nie!

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Kennst du das beliebte Spiel, das viele Menschen ihr ganzes Leben lang spielen? Es geht folgendermaßen:

Der Dreijährige sagt: „Wenn ich einmal ein großer Junge bin, dann...“ Der Teenager hofft: „Wenn ich einmal den Führerschein gemacht habe, dann ...“ Die junge Frau träumt: „Wenn ich einmal verheiratet bin, dann ...“ Das junge Paar sagt: „Wenn wir endlich unser erstes Kind haben, dann ...“ Der schuftende Mann denkt: „Wenn ich einmal befördert werde, dann ...“ Die Sechzigjährigen sagen: „Wenn wir endlich in Rente sind, dann ...“ Und manche stellen dann auf ihrem Sterbebett fest, dass sie vergessen haben, zu leben. Es gibt Menschen, die träumen ein ganzes Leben lang vom Leben und gehen dabei am Leben vorbei. Wohl denen, die die hohe Kunst beherrschen, im Heute zu leben!


Auch Christen stehen vor dieser Herausforderung. Manche sind gefangen im Gestern, in ihrem Versagen und ihren Verfehlungen. Andere leben ständig in Angst vor der Zukunft und sind gelähmt für das Jetzt.


Jesus möchte nicht, dass wir uns seelisch kaputtmachen. In Lukas 9,23 fordert er uns auf, unser Kreuz täglich auf uns zu nehmen. Jeder kann die Kämpfe des heutigen Tages bestehen. Jeder kann den Versuchungen eines Tages widerstehen. „Wenn aber die Bürde von morgen mit der von gestern heute getragen werden muss, wankt auch der Stärkste.“ (William Osler)


In dem Mustergebet lehrt Jesus seine Nachfolger nicht, um eine Wochenration Brot zu bitten, oder gleich Brot für drei Jahre zu verlangen, sondern nur das tägliche. Ebenfalls in der Bergpredigt ermutigt Jesus die Menschen, sich nicht um morgen zu sorgen. (Matthäus 6,34) Planen schon, aber nicht bangen!


Das Heute, das Jetzt ist alles, was wir haben. Christen leben zwar für die Zukunft, aber nicht schon im Morgen.
Friedrich Schiller lässt in seinem Drama „Wilhelm Tell“ Ulrich von Rudenz sagen: „Jetzt oder nie! Ich muss den teuren Augenblick ergreifen.” Ähnlich fordert auch der Heilige Geist die Gläubigen auf: „Heute, wenn ihr meine Stimme hört, dann verschließt eure Herzen nicht.“ (Hebräer 3,7)


„Viele Kinder Gottes warten auf eine Änderung, auf eine sie zwingende, sie mitreißende Macht. Sie werden jedoch enttäuscht sein, denn sie leben in einer falschen Vorstellung. Ihre Aufgabe ist es, jetzt zu handeln, das Werk selbst anzupacken.“ (EGW, Sch1, S. 78)


Unser Leben wird unendlich bereichert, wenn wir in der Gegenwart leben, hinter der Vergangenheit die Tore schließen und nicht ständig in der Zukunft verweilen. Nur das Heute gehört uns wirklich und wir dürfen es mit Jesus so leben, als wäre es unser einziger Tag.

Autor: pk7

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