17.04.2020

Mehr als Mode

Bild zum aktuellen Blog-Eintrag

Sie kommt und geht, manchmal währt sie nur eine Saison, vom Wetter ist sie abhängig und von den gängigen Trends – die Mode!

Gerade eben fanden die Defilees der großen Modehäuser statt, damit man/frau weiß, was er/sie heuer wieder zu tragen hat. Mal ganz ehrlich, wer möchte nicht auch attraktiv und gut gekleidet sein? Doch nicht nur bei der Kleidung zeigt sich, wer bzw. was gerade „in“ ist. Es muss eben das neueste Smartphone, Tablet oder was auch immer sein, damit man mit den anderen mithalten kann. Mode und Trends bestimmen heute zu einem großen Teil das Leben der Menschen um uns herum - und zu einem gewissen Grad uns selbst. Darauf setzen die großen Unternehmen und rechnen mit unserer Kaufkraft – doch sie könnten es nicht tun, wenn wir nicht mitspielen (sprich: kaufen) würden. Weiten wir unser Thema aus: Auch im religiösen Bereich gibt es ein ständiges Kommen und Gehen. Mal sind es fernöstliche Riten, die bereitwillig nachgeahmt werden, manchmal neue dynamische Gruppen, die mit einem „happy feeling“ Interessierte zu sich ziehen. Und immer öfter ist es die do-it-yourself Weltanschauung, also die selbst zusammengebastelte Religion, die den Menschen heute am praktischsten erscheint. Die großen, traditionellen Kirchen kämpfen gegen Mitgliederverlust und können sich in der modernen Religionsvielfalt schwer behaupten. Das bringt mich zu der Frage: Wie alt, wie modern ist eigentlich das biblische Christentum? Sind wir nicht zu sehr an die Stars und Sternchen gewöhnt, die ständig von diversen Castingshows kreiert werden, sich in Dschungelcamps durchs Unterholz kämpfen oder sich beim bloßen Dasein wochenlang von der Öffentlichkeit beobachten lassen? Ist dieser Jesus, wie ihn uns die Bibel vorzeigt, überhaupt „mediengerecht“? Bei dieser Frage merken wir schon, wie uns unbehaglich zumute wird. Nein, Jesus hat nicht das Rampenlicht gebraucht, um sein Wirken bekannt zu machen. Und gerade an seiner Person merkt man, wie sehr die Masse irren kann. Bei seinem Einzug in Jerusalem wurde ihm noch „Hosianna“ zugerufen - kurz darauf schrie die Menge „Kreuzige ihn!“.


Jesus Christus war nicht zum schönen Schein gekommen, sondern zum selbstlosen Dienst. Er suchte auch nicht den Beifall der Menge – ganz im Gegenteil. Als man ihn zum König machen wollte, zog er sich zurück auf einen Berg, in die Nähe seines himmlischen Vaters. Jesus suchte auch nicht die Nähe der Berühmten und Reichen seiner Zeit, sondern er ging zu den Ausgestoßenen, den Verachteten, den Kranken, den Leidenden und den nach Wahrheit und Liebe Suchenden. Diesen Jesus brauchen wir, ihn, der sein Leben für uns gab, statt sich ehren und dienen zu lassen. Danke, großer Gott, dass du uns einen Weg des Glaubens schenkst, der nicht mit der Mode kommt und geht, sondern Ewigkeitswert hat.

Autor: Oliver Fichtberger

Bildnachweis: freeimages.com

Gottesdienste online