15.01.2021

Satt und zufrieden?

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Hast du genug? „Wovon?“, wirst du jetzt vielleicht fragen. Nun, anders formuliert: Bist du „satt“ und zufrieden?

Wenn ich mir diese Frage selbst stelle, dann muss ich gestehen: Ich habe noch Wünsche, bin immer noch „hungrig“ nach mehr! Ist das nicht genau das Charakteristikum unserer heutigen Gesellschaft – mehr haben zu wollen? Die Werbung suggeriert uns gekonnt, dass wir nicht genug haben, indem neue Wünsche  geweckt werden. Dieses Kleid und jene topmodernen Schuhe muss ich noch kaufen! Am Technikmarkt gibt es ein brandneues Gerät – her damit! Doch betrifft diese Gier nur die „Weltmenschen“? Ich denke und beobachte, dass auch wir Christen damit zu kämpfen haben. Habgier - die Gier, mehr zu haben – ist eine allgemein menschliche Schwäche; nicht umsonst ist in der Bibel häufig davon die Rede. Und da fallen klare Worte: „Wegen der Sünde seiner Habsucht zürnte ich und schlug es, indem ich mich verbarg und erzürnt war; doch es ging abtrünnig auf dem Weg seines Herzens“, heißt es schon in Jesaja 57,17, wo vom Volk Gottes die Rede ist. Gott spricht sich also deutlich gegen Habsucht aus – und wenn wir in der Bibel weiterforschen, dann erkennen wir auch, warum. Die Gier nach mehr kann uns völlig blind für die guten Gaben Gottes machen. Wir sehen nur noch das, was uns (vermeintlich) fehlt und was wir uns wünschen. Dabei werden wir unzufrieden und achten den Segen des Herrn gering. Wir dienen nicht mehr Gott, sondern unseren Wünschen. Und das ist nicht mehr oder weniger als Götzendienst! Diese Bezeichnung finden wir in Kolosser 3,5: „Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist!“ Ganz ehrlich, sind diese Worte nicht zu hart? Man darf doch Wünsche haben, oder etwa nicht? Ja! Gott lädt uns ja ein, mit allen unseren Bitten zu ihm zu kommen. Wir sollten aber einen Unterschied zwischen echten Bedürfnissen und von der Werbung geweckten „Extrawünschen“ machen. Unsere Gier täuscht uns vor, dass wir mehr brauchen, als wir haben. Doch im Glauben erkennen wir, dass Gott uns genug, ja überreichlich Gutes schenkt: Unser täglich Brot – und darüber hinaus so viel an Vergebung, Liebe und Gnade, dass wir es gar nicht so richtig zu schätzen wissen. Wie sagte Jesus? „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ (Johannes 10,10). Gott gibt gerne! Es ist eine Wohltat, sich an Gott genügen zu lassen, wie es auch in 1. Timotheus 6,6 heißt: „Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn.“ Ich wünsche dir diese Genügsamkeit, denn sie macht das Herz wirklich „satt“ und zufrieden!

Autor: Claudia Flieder

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