28.02.2020

Tanke schön!

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Keine Sorge, unsere Korrekturleser haben bei ihrer Arbeit nicht gedöst. Obiger Titel ist richtig formuliert und ihm liegt folgende Erfahrung zugrunde:

Neulich, auf der Fahrt zur Arbeit, bemerkte ich beim Blick auf die Tankuhr, dass ein baldiger Boxenstopp unvermeidlich war. Da konnte ich der Tankstelle, die mit dem Slogan „Tanke schön!“ zum Auftanken einlud, nicht widerstehen. Als ich dann an der Zapfsäule stand und über die Werbebotschaft nachdachte, kam ich zu dem Ergebnis: Amüsantes Wortspiel! Aber - was bedeutet es denn, „schön“ zu tanken? Etwa „richtig“ tanken? Jedes Kind weiß, dass Autos regelmäßig mit Sprit versorgt werden müssen und dass Benzin nicht mit Wasser gestreckt werden sollte. Warum also über Binsenweisheiten Worte verlieren?


Was für meinen fahrbaren Untersatz gilt, trifft auch auf meinen Geist zu. Womit füttere ich meine Gedanken? Tanke ich „schön“? Niemand überrascht es, wenn Dieselmotoren kaputtgehen, die mit Benzin gespeist werden. Befremdet es, wenn Christen schlapp machen, die, außer einer Vitamininjektion beim wöchentlichen Gottesdienst, hauptsächlich von geistiger und geistlicher „Leichtkost“ leben? Keine Angst, Christen propagieren keine Medienabstinenz und verteilen auch nicht Scheuklappen als Taufgeschenke. Doch, wer täglich eine halbe Stunde mit der „Kleinen“* verbringt, aber nur fünf Minuten für den „Großen“ erübrigt, darf sich nicht wundern, wenn sein/ihr geistlicher Wagen ins Stottern gerät. Wer jeden Abend auf diversen „medialen Tatorten“* unterwegs ist, dafür aber für den allmorgendlichen „Großen Kampf zwischen Licht und Finsternis“ zu müde ist, startet mit einem leerem geistlichen Tank in den Tag. Wer zu viel Zeit mit den „neuesten Nachrichten“ verbringt, steht in Gefahr, die „Gute Nachricht“ zu vernachlässigen. Das erstere befriedigt meist nur die Neugier, das letztere entscheidet über das ewige Schicksal.


Dort an der Zapfsäule musste ich auch an den Schöpfer denken, der seinen „Kraftstoff“ bewirbt. Schon im alten Testament fragte Jahwe sein Volk: „Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben.“ Jesaja 55,2.


Gott lädt uns jeden Tag zu einem Mahl ein. Er möchte uns sättigen. Doch, wer zu viel genascht hat, dem schmeckt mitunter das Brot des Lebens nicht mehr. Auch Paulus ermutigt uns, quasi als geistlicher Tankwart, zu einem „Tanke schön!“: „Weiter liebe Brüder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar ist, was gerecht, was rein, ... darauf seid bedacht!“ Philipper 4,8. In diesem Sinn: „Tanke schön!“


PS: Im Bereich Infotainment gilt gewissermaßen auch das Prinzip: Die Dosis macht das Gift.

*Für mediale Abstinenzler: „Kleine“ = „Kleine Zeitung“, „Tatort“ = TV-Krimiserie

Autor: pk7

Bildnachweis: freeimages.com/Salsoul

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