21.11.2014

Vater, Mutter, Kind …

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Ist sie nur ein romantisch-idyllisches Trugbild, die Ehe als lebenslange Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau und in weiterer Folge die Familie, mit Vater, Mutter und einem oder mehreren Kindern, die ihnen „geschenkt“ werden?

Ist sie nur ein romantisch-idyllisches Trugbild, die Ehe als lebenslange Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau und in weiterer Folge die Familie, mit Vater, Mutter und einem oder mehreren Kindern, die ihnen „geschenkt“ werden?

Ja, es gibt Eltern, die sich so zerstreiten, dass einem die Kinder leidtun können. Ja, es gibt Ehen, die zerbrechen und geschieden werden. Ja, leider sterben manchmal eine Mutter oder ein Vater schon in der Zeit, in der die Kinder das Leben noch nicht allein bewältigen können, und der verbliebene Elternteil muss nun verwitwet für Halbwaisen sorgen. Ja, es gibt Kinder, die nur von einem Elternteil groß gezogen werden und nie eine heile Vater-Mutter-Kind Welt erlebt haben.

Ist aber die Tatsache, dass nicht alles ideal läuft, Rechtfertigung genug dafür, das Ideal abzuschaffen?

Mit großer Sorge beobachte ich eine Sinnentleerung und Neudefinition der Begriffe:

Bisher war "Ehe" per Definition in unseren Köpfen verankert als die Verbindung eines Mannes mit einer Frau, die öffentlich bekennen, zueinander stehen und miteinander das Leben verbringen zu wollen und dies auch rechtlich besiegeln – nun wird "Ehe" mit allem Möglichem und Unmöglichem gefüllt: Ehe zwischen Mann und Mann, Ehe zwischen Frau und Frau, Ehe mit sich selbst (zwar ohne rechtliche Grundlage, aber das gibt es tatsächlich!), es würde mich nicht wundern, wenn sich bald irgendwer mit einem Tier verheiraten will.

In den wenigen öffentlichen Diskussionen zu dem Thema wurde der Hinweis auf den eigentlichen Inhalt des Begriffes Ehe mit verbalen Attacken quittiert, niemand habe eine Deutungshoheit für Begriffe und daher dürfe Ehe eben auch anders definiert werden.

Natürlich kann man Begriffe auch anders füllen. Wir können auch von schwulen Frauen und lesbischen Männern sprechen. Es hat ja niemand eine Deutungshoheit für Begriffe.

Aber es sorgt für Verwirrung, wenn die gleichen Begriffe mit unterschiedlichem Inhalt gefüllt werden.

Nun ist der Streit über die Begriffe aber nur die Spitze des Eisbergs. Die Leidtragenden sind – wie so oft – die Kinder. Sie leiden am meisten, wenn eine Gesellschaft die Ideale aufgibt, nur weil es schwer ist, sie zu leben, oder weil nun Menschen, die sich in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften finden, in denen sie sich logischerweise nicht fortpflanzen können, dennoch Kinder haben wollen, denen damit immer ein Elternteil vorenthalten wird. Welche Auswirkungen das auf die Entwicklung eines Kindes hat, ist noch kaum abschätzbar.

Stichwort „Eltern“: Mit Elter 1 und Elter 2 den Begriff Vater und Mutter ablösen zu wollen, ist ja auch ein Ansinnen, das hoffentlich nie nach Österreich dringt. Ein launiger Beitrag zu diesem Vorschlag ist hier zu lesen ...

Wohin wird sich unsere Gesellschaft noch entwickeln? Wird die nun in die Entscheidungsebene gelangte 68er-Generation ihre Rebellion gegen alles Geregelte und Bewährte über manch durchaus nachvollziehbare und auch nötige Aufweichungen hinaus in Richtung völlig realitätsferner Auflösung aller Vernunft treiben?

Eine sinnvolle Diskussion scheint nicht gewünscht zu sein, an ihre Stelle ist Lobbyarbeit und die Diktatur einer für eine Minderheit eingeforderte Toleranz getreten.

Wie könnte es in unserer Gesellschaft passieren, was im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ durch das Kind geschieht, das seine Stimme erhebt und schreit: „Der Kaiser ist doch nackt!“ und sich endlich alle trauen, das Offensichtliche laut hinauszurufen? Möglichkeiten dazu gäbe es in einer Demokratie, doch die wird lieber ausgehebelt. Zu klar ist die Botschaft, die da ertönen würde:

Der Kaiser ist nackt, splitterfasernackt...

Wer angesichts der momentanen Diskussion bezüglich Fortpflanzungsgesetz in diesen Ruf miteinstimmen möchte, kann das trotzdem tun. Wir verweisen hier auf die interessante Zusammenfassung von 7 Punkten, die gegen den Gesetzesentwurf sprechen und von der Familien Allianz veröffentlicht wurden.

Die Teilnahme an der Petition „Kinderrechte statt Kinder um jeden Preis – Nein zum Entwurf des FMedG“ ist über diesen Link möglich.

Autor: Oliver Fichtberger
Bildnachweis: 611515_original_R_K_B_by_JMG_pixelio.de