17.07.2020

Verhexte Preisschilder

Bild zum aktuellen Blog-Eintrag

Herrn M. überkam einige Male im Jahr der unwiderstehliche Drang, einkaufen zu gehen. Sein Geld ließ er wohlweislich zu Hause.

Er war ein sparsamer Mensch und wollte sich nicht von Gefühlen hinreißen lassen, Unwichtiges anzuschaffen.
An diesem Nachmittag regnete es, so spannte Herr M. seinen bewährten schwarzen Regenschirm auf und schlenderte durch die Einkaufspassage der Innenstadt.


Vor dem Fischrestaurant verweilte er nicht lange, denn er ernährte sich vegetarisch. Die Buchhandlung, die gleich neben dem Handyshop lag, hatte es ihm angetan. Er betrat den Laden und nahm sich Zeit zum Schmökern. Dann setze er seine Shoppingtour fort.


An der Auslage des Elektrofachmarktes konnte er nie vorbeigehen, ohne sich ausgiebig in die Angebote zu vertiefen. So glitten auch an diesem Nachmittag seine Augen über die Werkzeuge und Maschinen. Plötzlich erregte ein Preisschild seine Aufmerksamkeit: „Siemens Waschmaschine, Füllmenge 7 kg, 49 Euro“. Herr M. rieb sich die Augen, aber er hatte richtig gelesen. In diesem Augenblick bedauerte er zutiefst, dass er sein Geld zu Hause gelassen hatte. Möglicherweise würde ihm nun jemand zuvor kommen und dieses Gerät erwerben. Seine eigene Wachmaschine zeigte bereits einige Tücken und ein Neukauf war in Erwägung gezogen worden. Herr M. wollte soeben das Geschäft betreten, da fiel sein Blick auf ein weiteres Preisschild: „Sonderangebot – Duracell Batterien, 1,5 Volt, 2 Stück – 798 Euro.“ Diese Information machte ihn stutzig. Gleich neben den „billigen“ Batterien waren zwei Energiesparlampen mit je 11 Watt Leistung ausgestellt und auf dem Preisschild las er „4990 Euro“. Bei diesem Produkt fehlte zumindest der Zusatz „Sonderangebot“. Dann entdeckte Herr M. noch den Elektroherd, der um 29.90 Euro zu haben war. Nachdenklich öffnete er wieder seinen Schirm und kam zu dem Schluss, dass an der Sache irgend etwas faul sein müsse. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen gemeinen Trick, um Kunden in das Geschäft zu locken oder ein Lehrling hatte aus Nachlässigkeit oder jugendlichem Übermut die Preisschilder vertauscht. Während der noch überlegte, wachte Herr M. plötzlich auf. Sein Pyjama war schweißnass. Die Verdauung des üppigen Nachtmahls hatten wohl seinen Schlaf irritiert. Alles nur ein Traum!


Stell dir vor, Gott erscheint dir, händigt dir einige Kärtchen aus und fordert dich auf, darauf die verschiedenen Bereiche deines Lebens zu schreiben. Z. B.: Familie, Arbeit, Gottesdienst etc. Dann sollst du die Kärtchen mit „Preisen“ versehen. Wie würdest du deine Lebensbereiche bewerten? Garten – 4300 Euro, Fußball – 6600 Euro, Morgenandacht – 98,90 Euro, Auto – 9600 Euro, Gottesdienst – 150 Euro?
Richtig geraten! Diese „Preise“ stammen von einer Person, die mit Gott im Augenblick nicht viel am Hut hat. Welchen Wert misst du den Dingen und Menschen zu, die zu deinem Leben gehören? Jesus weiß, wie sehr wir von irdischen Dingen abhängig sind und ermutigt uns in seiner Bergpredigt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, ...“ Matthäus 6,33.

Autor: Peter Krumpschmid

Bildnachweis: www.freepik.com

Gottesdienste online