04.02.2022

Vermisst!

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Jedes Jahr werden in Österreich etwa 11.000 Vermisstenanzeigen bei der Polizei erstattet. Die meisten Fälle, von etwa 80 bis 85 Prozent, sind innerhalb einer Woche geklärt, etwa 95 Prozent binnen eines Monats.

Einige Fälle können auch über Jahre nie gelöst werden. Aktuell gelten in Österreich 1018 Menschen als vermisst (Stand 1. Juni 2019). Davon sind 481 Erwachsene und 537 Minderjährige.
Es gibt viele Gründe, warum Menschen spurlos verschwinden können. Nur in den seltensten Fällen steckt ein Verbrechen dahinter. Meist sind es Jugendliche, die aus einer Betreuungseinrichtung ausreißen, oder Kinder, die im Zuge von Trennungen und Obsorgestreitigkeiten von einem Elternteil mitgenommen werden, oder es sind beeinträchtigte Personen, etwa Demenzkranke, die verschwinden. (Kompetenzzentrum für Abgängige, Tiroler Tageszeitung)
Bereits schriftliche Aufzeichnungen aus dem Altertum berichten von der Suche nach vermissten Personen. So etwa ging ein Junge auf dem Heimweg von einer religiösen Großveranstaltung verloren. Seine Eltern bemerkten sein Verschwinden erst nach einigen Stunden. Besorgt begaben sie sich wieder zum Veranstaltungsort. Erst nach drei Tagen fanden sie ihren Sohn – er war in ein Gespräch mit Theologen vertieft. Entsetzt fragte ihn seine Mutter: „‚Wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich waren in schrecklicher Sorge. Wir haben dich überall gesucht.‘ ‚Warum habt ihr mich gesucht?‘, fragte er. ‚Ihr hättet doch wissen müssen, dass ich im Haus meines Vaters bin.‘“ (Lukas 2,48.49 NLB)
Die Eltern hatten Jesus verloren. Ist dir das auch schon einmal passiert? Die Hektik des Alltags, die Vernachlässigung des Gebets, praktizierte Sünde oder anderes können dazu führen, dass wir Jesus aus den Augen verlieren. Religiöse Formen werden zwar aufrechterhalten – das Gebet vor dem Essen oder der Gang zum Gottesdienst – aber die tiefe Gemeinschaft mit IHM ist verloren gegangen. Manchmal vermissen wir seine Gegenwart nach Stunden, mitunter erst nach Tagen oder Wochen.
Wenn wir spüren, dass unsere Beziehung zu Jesus abgekühlt ist, wir ihn aus den Augen verloren haben – suchen wir ihn mit der gleichen Intensität wie Josef und Maria – „mit Schmerzen“?
Jesus erklärte seinen aufgebrachten (irdischen) Eltern, dass innige Gemeinschaft mit seinem (echten) Vater ein unbedingtes MUSS sei: „Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“ Lukas 2,49 (Lut) Leben mit Gott – kein Muss aus Zwang, sondern ein Muss aus Drang!
Wenn wir uns wieder nach der Nähe Jesu sehnen, dann brauchen wir ihn nicht zu suchen – denn er ist bereits auf der Suche nach uns! (Lukas 19,10) Unser Wunsch, ihn zu finden, ist in Wirklichkeit die Antwort auf sein Suchen!

Autor: pk7

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