02.08.2019

Wahrheit – Lüge

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Als Christen sind wir der Wahrheit verpflichtet. Ehrlich, aufrichtig und geradlinig sollen wir unseren Weg gehen, auch wenn es schwer fällt.

Licht und Finsternis haben nichts miteinander gemein. Jesus nennt Satan den Vater der Lüge. Das deutsche Wort „Teufel“ leitet sich ab vom griechischen Begriff Diábolos, was wörtlich „Durcheinanderwerfer“ bedeutet, im Sinne von „Verwirrer“, „Faktenverdreher“ und „Verleumder“.

Dass Satan geschickt Fakten verdreht, Wahrheit mit Unwahrheit, Mutmaßungen und Unterstellungen vermischt, beobachten wir bereits im Dialog mit Eva. Raffiniert stellte er in Frage, ob Gott tatsächlich glaubwürdig wäre und es gut mit dem Menschen meinte. Damit brachte er Eva in eine gefährlich kritische Distanz zu Gott. Zweifel wuchsen in ihr, sie traf eine falsche Entscheidung und setze sie in die Tat um – und noch heute leiden wir daran.

Lüge hat viele Gesichter. Es ist bemerkenswert, welcher Aspekt der Lüge Aufnahme in die Zehn Gebote gefunden hat. Im neunten Gebot verzichtet Gott auf eine allgemeine Formulierung wie „Du sollst nicht lügen!“. Natürlich heißt das nicht, dass wir es mit der Wahrheit nicht genau nehmen brauchen – andere Stellen der Bibel sind da ganz deutlich. Dennoch nimmt Gott nur eine ganz praktische Dimension der Lüge zum Inhalt des neunten Gebots. Wörtlich übersetzt lautet es: „Du sollst nicht als falscher Zeuge gegen deinen Nächsten reden!“.Wir sollen unseren Nächsten nicht verleumden, also nichts Falsches über ihn erzählen. Der „Name“ – so umschreibt die Bibel den heute gebräuchlichen Begriff „Ruf“ – eines Menschen ist kostbar und ihm wird großer Schaden angetan, wenn etwas Falsches über ihn behauptet wird. Deswegen gibt es das starke Wort „Rufmord“, um zu zeigen, wie ungeheuerlich es ist, wenn wir einen Menschen verleumden.

Wir stehen in mehrfacher Weise in Gefahr, das neunte Gebot zu übertreten: Manchmal werfen wir unserem Nächsten direkt ins Angesicht etwas vor, was er so nicht getan hat. Da kann er sich aber wenigstens äußern und sich erklären. Schlimmer ist die indirekte Verleumdung: Wenn ich etwas über jemand erzähle, was ich nicht ganz beweisen kann und ihm damit schade. Noch ärger ist es, wenn ich etwas weitererzähle, was ich nur gehört habe, aber nicht überprüfen kann oder will, ob es denn tatsächlich stimmt.

Und wie im ersten Gespräch Satans mit Eva ist es auch heute häufig so, dass Wahrheit und Lüge miteinander vermischt sind. Selten sind die Inhalte von Tratsch, Klatsch und „Hast du schon gehört?“ nur falsch. Aber mit Lüge vermischte Wahrheit ist dennoch keine Wahrheit mehr und damit wird ein Mensch verleumdet, sein Ruf getötet und das Gebot übertreten.

Nicht umsonst rät der Apostel Paulus: „Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, darüber denkt nach!“.

Autor: Oliver FIchtberger

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