03.07.2020

Wettertauglich

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„Schwül mit Regenschauern“, „viel Sonne, aber auch Gewitter möglich“, „bewölkt und zeitweise heiter“- so oder ähnlich lauten Wetterprognosen

Obwohl die Wettervorhersagen immer genauer werden, lassen sich die lokalen Wetterlagen nicht ganz genau berechnen. Mit einem Wort: Vieles ist möglich! Ein guter Freund meinte, auf das „schlechte“ Wetter angesprochen: „Hauptsache ist, dass die Ausrüstung stimmt!“ Es komme also nicht auf Regen oder Sonnenschein an, sondern auf die entsprechende Kleidung. Habe ich Regenschirm oder Jacke mit, dann kann mir kein Regen etwas anhaben. Und andersrum: Bei Hitze werde ich eben leichte, luftige Kleidung wählen.


Die Antwort meines Freundes hat mich nachdenklich gestimmt und zu der Frage gebracht: Sind wir als Christen „wettertauglich“? Mit anderen Worten: Wie steht es um unseren Glauben, wenn es „stürmt“ und „regnet“, wenn „graue Wolken“ die „Sonne“ verdecken? Vielleicht geht es dir ähnlich wie mir: Ich habe im Laufe der (Glaubens)Jahre erst lernen müssen, dass der biblische Glaube nichts (oder nicht viel) mit einer „Schönwetter-Theologie“ zu tun hat, die ein problemloses und sorgenfreies Christenleben vermittelt. Große Enttäuschung macht sich breit, wenn solche heiteren „Prognosen“ dann nicht eintreffen, sondern stattdessen die Stürme des Lebens, Dauerregen oder Eiszeiten uns betreffen. Die Bibel ist da sehr realitätsbezogen: Das Buch Hiob schildert uns die Leidensgeschichte eines Mannes, der auf Gott vertraute - und auch in den Psalmen finden wir immer wieder bittere Klageworte des verfolgten David. Im Neuen Testament lesen wir wiederum nach, wie viel Widerstand und Schwierigkeiten beispielsweise der Apostel Paulus auf seinen Missionsreisen und in seiner Heimat erdulden musste. Doch all diese „Glaubenshelden“ fanden ihre innere Stärke in dem allmächtigen, großen und treuen Gott. Haben wir den Rat der Bibel ernst genommen, die „Waffenrüstung Gottes“ anzulegen (Epheser 6,13-17) – die entsprechende Kleidung für jedes Wetter? Es lohnt sich, diese Verse wieder einmal bewusst durchzulesen.


Ja, wir haben einen guten Gott; ja, wir können und sollen vertrauen; ja, wir haben Grund zur Freude – und ja, wir dürfen unsere Sorgen und Anliegen Gott überlassen, auch wenn Gott nicht sofort die Sonne scheinen lässt. Hiob bekam keine Antwort auf die Frage nach dem „Warum“, nach dem Sinn des Leids, David erlebte nicht sofort das Ende der Verfolgung durch Saul, und Paulus – er wurde Zeit seines Lebens angefeindet. Aber die Männer und Frauen der Bibel wussten sich geborgen bei dem einen Gott, der über jedem Wetter steht, dem kein Gewitter zu heftig und kein Sturm zu stark ist. Seine Gegenwart verändert jede Situation, auch wenn die Probleme die gleichen zu sein scheinen. Hat nicht Jesus selbst sich mitten ins Leben, in die Not, das Leid und den Hass gestellt? Jesus hat in alledem nicht aufgehört, seinem himmlischen Vater zu vertrauen und seinen Weg mit ihm, für uns zu gehen. Grund genug, Gott zu loben und zu danken – bei jedem „Wetter“!

Autor: Claudia Flieder

Bildnachweis: pixabay

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