14.02.2020

... damit es nicht wackelt!

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Kürzlich las ich wieder einmal in meinem Lieblingsbuch der Bibel – im Propheten Jesaja. Jesaja schreibt so lebendig und kraftvoll und an manchen Stellen mit einem Augenzwinkern

– zum Beispiel, wenn er die Götzchen dieser Welt dem einzig wahren Gott gegenüberstellt: „Mit wem wollt ihr Gott vergleichen, und was für ein Abbild wollt ihr ihm gegenüberstellen? Der Kunsthandwerker gießt das Götterbild, der Goldschmied beschlägt es mit Gold und mit silbernen Ketten vom Goldschmied. Maulbeerholz wählt er, ein Holz, das nicht fault. Er sucht sich einen geschickten Kunsthandwerker, um ein Götterbild aufzustellen, das nicht wackelt.“ Jesaja 40,18-20. Ein Kapitel weiter greift er diesen Gedanken noch einmal auf und fährt fort: „Und der Kunsthandwerker ermutigt den Goldschmied. Der mit dem Hammer glättet, ermutigt den, der auf den Amboss schlägt, und sagt von der Lötung: Sie ist gut. Und er befestigt es mit Nägeln, dass es nicht wackelt.“
So ein Götze will also sorgfältig gearbeitet sein. Das Holz darf nicht faulen, der Götze nicht wackeln. Auf keinen Fall wackeln! Würde so ein Götzchen herum eiern, wie ein Stehaufmännchen – unvorstellbar. Scheinbar war die Unbeweglichkeit eines Götzenbildes ein wesentliches Qualitätsmerkmal.
Hat das etwas mit uns zu tun? Wir haben doch nichts mit Götzen am Hut! Nun, allen Warnungen der Bibel zum Trotz, Gott nicht in ein festes Bild zu pressen, haben wir doch alle eine bestimmte Vorstellung von Gott und recht genaue Erwartungen, was er aus unserer Sicht tun sollte. Achten wir nicht auch emsig darauf, dass unser Bild von Gott nicht wackelt? Was passiert, wenn Gott Dinge zulässt, die uns unverständlich sind, wenn er den gewohnten Lauf unseres Lebens unterbricht und plötzlich alles unsicher erscheint? Hadern wir dann? Gerät unser Bild von Gott dann ins Wanken und versuchen wir dann krampfhaft, es irgendwie wieder ruhig zu bekommen?
Eins dürfen wir nicht vergessen. Es sind ja nur wir und unser Bild von Gott, die ins Wanken kommen. Wir dürfen sogar dankbar sein, wenn Gott so etwas von Zeit zu Zeit zulässt. Denn er wankt nie. Gott ist einfach nur Gott und geradezu feierlich und jubelnd ruft er dir durch Jesaja zu: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.“ Jesaja 41,10. In den darauffolgenden Versen wiederholt er, dass er dich bei der Hand ergreifen will und sogar mehrmals, dass er dir helfen wird. Je mehr die Welt um dich herum wackelt, je unsicherer dir dein Leben erscheint, desto fester steht Gott. Er nimmt dich an seine Hand und dann erlebst du: Bei ihm sind Ruhe, Frieden und Sicherheit.

Autor: Oliver FIchtberger

Bildnachweis: freeimages.com/gokoroko

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