16.10.2020

... ein Leben nach dem anderen!

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Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte dazu keine Zeit und auch keine Lust. Also überlegte er, womit er seinen Sohn beschäftigen könnte.

Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er heraus und zerschnipselte es in viele kleine Teile. Die gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei. Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild. Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe. Das Kind sagte: “Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.”
Kindermund tut Wahrheit kund. Daran musste ich denken, als ich diese nette Geschichte las. Nun wissen wir zwar aus der biblischen Prophetie, dass diese Welt nicht mehr in Ordnung kommen kann, sondern Gott eines Tages alles neu machen wird. Dennoch trifft es zu: Diese Welt ist deswegen in einem derartigen Chaos, weil der Mensch in Unordnung ist.


Das gilt nicht nur für die große weite Welt, aus der uns täglich neue Horrormeldungen erreichen. Das gilt für jeden Menschen – und im Besonderen für uns als Gläubige. Wenn Kirchen streiten und Konflikte austragen, gilt genau das gleiche Prinzip: Wenn wir alle in Ordnung wären, wäre es auch die Kirche.


Vielleicht fällt dir sofort jemand ein, der diese Botschaft dringend bräuchte. Aber Vorsicht: So gerne und dringend wir manchmal andere ändern wollten, am meisten Chance auf eine erfolgreiche Veränderung haben wir bei uns selbst. Damit das Wort aus 2. Timotheus 3,1-5 nicht auf uns zutrifft, dass wir zwar den Schein eines gottseligen Lebens haben, Gottes verändernde Kraft aber verleugnen, gilt es, sich immer wieder wichtige Fragen zu stellen: Wage ich es, mich selbst in Frage zu stellen? Bin ich mir bewusst, dass meine Gedanken, Gefühle, Worte und Taten Einfluss auf andere und damit auf das Leben der Kirche haben? Lasse ich mir von anderen etwas sagen? Bin ich bereit, Gott meinen Charakter bearbeiten und verändern zu lassen? Glaube ich noch an die verändernde Kraft Gottes? Ist mir Gottes Wort lieb und wert und höre ich ihn durch die Bibel zu mir sprechen und an mir arbeiten? Gebe ich Gott genügend Einfluss auf mein Leben oder mülle ich mich mit den Dingen dieser Welt zu?


Es muss bei mir anfangen, aber nicht bei mir aufhören. Das Motto von ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe = Adventist Development and Relief Agency) ist natürlich auch Gottes Absicht für uns: Er will die Kirche verändern, ein Leben nach dem andern. Darf er das auch bei dir?

Autor: Oliver FIchtberger

Bildnachweis: freeimages

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