Sich einen Namen machen

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„Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen…“. 1. Mose 11,4.

So sprachen die Menschen nach der Sintflut, strichen Ziegel, brannten sie und bauten an dem berühmten Turm zu Babel, um sich einen „Namen“ zu machen.

In feinem Humor beschreibt der Bibeltext, dass Gott zu dem Turm, dessen Spitze in den Himmel reichen sollte, dennoch „herniederfahren“ musste. Wenn der Mensch im Größenwahn versucht, Gott seinen Platz streitig zu machen, so macht er sich im besten Falle lächerlich, im schlimmsten Fall richtet er großes Unheil an. Daher bot Gott dem Treiben damals Einhalt und verwirrte die Sprachen. Seit dieser Zeit erschwert das babylonische Sprachengewirr die Kommunikation der Menschen. Wer einmal in einem Land, dessen Sprache er nicht mächtig war, eine Panne gehabt hat, kann ein Lied davon singen …

Als ich vor einiger Zeit über die Ereignisse von Pfingsten nachdachte, fesselte mich die Tatsache, dass Gott mit der Ausgießung des Heiligen Geistes die babylonische Sprachenverwirrung aufhob. Auf einmal verstanden sich die Menschen und das Evangelium konnte ungehindert verkündet werden. Es gab aber eine Voraussetzung für dieses Wunder: Endlich hatten die Jünger aufgehört mit ihren Streitereien, wer denn der Größte und Beste unter ihnen sei. Endlich ging es ihnen nicht mehr darum, sich selbst einen Namen zu machen wie damals die Leute von Babel. Im Zentrum ihres Redens und Tuns standen Gott und seine Wohltaten. 1. Petrus 2,9. Sie wurden nicht müde zu betonen, dass es der Name des Herrn war, in dem Rettung zu finden ist. Sie redeten nicht mehr über sich selbst und ihre Ansichten und Meinungen, sondern machten den Namen Gottes groß. Apostelgeschichte 2,21; 4,12.  

Was bedeutet das für uns? Wir sprechen in Österreich weitgehend eine Sprache. Leider scheint das keine Garantie zu sein, dass wir uns auch verstehen. Hat das mit dem Inhalt dessen zu tun, worüber wir sprechen? Reden wir über die Wunder Gottes in unserem Leben, machen wir seinen Namen groß oder reden wir über Dinge, die uns auseinanderbringen? Mehr und mehr beobachte ich mit Sorge, dass Meinungsverschiedenheiten und Streit ganze Gemeinden lähmen. Wo Gott nicht im Mittelpunkt steht, sondern wir selbst, geht es oft nur mehr darum, Recht zu haben. Eine neue babylonische Sprachenverwirrung macht sich breit, Brüder und Schwestern verstehen sich nicht mehr. Dabei geht auch der liebevolle brüderliche und schwesterliche Umgang verloren. „Es gibt so viele Menschen in der Gemeinde, die aufhören, auf den Herrn zu schauen und stattdessen einander mit Steinen bewerfen.“ Signs of the Times, 27. Februar 1893 (Autor unbekannt). Gott öffne unsere Augen und Herzen, dass er wieder im Zentrum stehen kann und wir trotz unserer Fehler und Schwächen so miteinander umgehen, dass man erkennt, dass wir seine Jünger sind, weil wir einander so liebevoll begegnen. Johannes 13,35.

Autor: Oliver Fichtberger

Bildnachweis: patkisha

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