Demut

Bild zum aktuellen Blog-Eintrag

„Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen!“ (Matthäus 11,28-29).

Ist denn das noch demütig, wenn jemand von sich selbst behauptet, demütig zu sein? An Jesus sehen wir, dass Demut und ein gesundes Selbstbewusstsein nicht im Widerspruch stehen. Jesus wusste genau, wer er war und welche Aufgabe er hatte. Allein seine neun „Ich bin“-Aussagen beweisen eindrücklich, welch klares Bild er von sich hatte. Was war an Jesus so sanftmütig und demütig, dass wir von ihm lernen können? Geprägt von falschen Vorstellungen über Demut (ich darf kein Lob annehmen, weil ich ja hochmütig werden könnte) hatte ich jahrelang Probleme zu verstehen, was Jesus genau unter Demut verstand.  Erst als mir auffiel, was Jesus mit seinem klaren Selbstbild anfing, dämmerte mir, was Demut wirklich ist. Wir Menschen neigen ständig dazu, uns zu vergleichen und uns besser zu fühlen, als die anderen. Von den frühesten Tagen in Kindergarten und Schule wurden wir darauf getrimmt, besser zu sein als die anderen. Wie leicht resultiert daraus das Gefühl, sich für besser, vielleicht sogar wichtiger oder wertvoller zu fühlen als andere: „Ich kann etwas besser als du, deswegen bin ich gut und fühle mich gut.“ Problematisch wird es immer dann, wenn plötzlich jemand auftaucht, der noch besser ist. Was mache ich dann mit meinem aus dem Vergleich erwachsenen Selbstbild?

Obwohl Jesus keinen Vergleich hätte scheuen müssen, weil er charakterlich und in seinen Fähigkeiten im Umgang mit Menschen ohne Zweifel der Beste war, sehen wir ihn nie seinen Selbstwert aus der Tatsache zu beziehen, dass er etwas besser konnte, wusste oder tat als andere. Er wusste, wer er war, weil Gott es ihm sagte. Er hatte es gar nicht not, sich auf Kosten anderer besser zu fühlen. Alles, was er war und was ihn ausmachte, bot er den Menschen an, damit sie „größer“ werden konnten, über sich hinauswachsen, ihre Grenzen hinter sich lassend ihren Wert in ihm finden konnten. Weil er die Menschen liebte, zog er alle, die das wollten, zu sich hinauf. Er machte niemanden klein.

Was wären das für Christen, die echte Demut leben würden? Menschen, die darauf verzichten, sich besser vorzukommen als andere. Kein Vergleichen mehr, kein Neid, kein böses Reden, weil ich jemand etwas nicht gönne. Stattdessen offene Augen für die Lasten, die wir alle mehr oder weniger tragen. Dazu ein Herz, das mitfühlen will, helfen will, den anderen erheben, aufbauen und ermutigen will. Wie gerne würden wir alle zusammenkommen! Ich will nicht warten, bis das im Himmel einmal Realität wird, ich will das jetzt schon leben – Tag für Tag, bei jeder Begegnung.

Autor: Oliver Fichtberger

Bildnachweis: pk7-pics

Mehr lesen

Weitere Artikel

Bild zum Weblog Abschied von einem lieben Kollegen!
01.03.2019

Abschied von einem lieben Kollegen!

Am 26. Februar 2019 verstarb Ernst Grassl, pensionierter Pastor der Adventgemeinde in Österreich.

weiterlesen

Bild zum Weblog Maskerade
01.03.2019

Maskerade

Weihnachten und Neujahr haben wir gut hinter uns gebracht – nun steht der Fasching an. Fasching? Wie bitte? Damit wollen wir Christen ja in der Regel nichts zu tun haben, denn Verkleiden, närrisches Treiben und Maskerade stehen uns nicht an.

weiterlesen

Bild zum Weblog Der Heuschrecken-Komplex
15.02.2019

Der Heuschrecken-Komplex

Die zehn verzagten Kundschafter beendeten ihren destruktiven Bericht mit den Worten: „Wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken – und so waren wir in ihren Augen!“ 4. Mose 13,33.

weiterlesen

Bild zum Weblog Nur ein Strich
01.02.2019

Nur ein Strich

Mancher Schüler wird in diesem Schuljahr zum ersten Mal die schwerwiegende Bedeutung des kleinen Striches erleben, der aus einem Minus ein Plus macht ...

weiterlesen

Hope Magazin
Das Magazin der Hoffnung!

Livestream HopeChannel