„Was du nicht willst, ...

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Die "goldene Regel" existiert in zwei Varianten, die nur auf den ersten Blick gleichwertig aussehen!

Autor: Oliver Fichtberger

„Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu!“ So säuberlich wie möglich malte ich den Satz ins Stammbuch einer Schulkollegin. Meine Mutter warf einen Blick darauf und meinte: „Warum hast du nicht den Spruch so geschrieben, wie Jesus ihn gesagt hat?“ Leider war es da schon zu spät. Natürlich kannte ich den Satz Jesu auch: „Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ (Matthäus 7,12), aber die gereimte Negativ-Version war mir beim Schreiben leichter in die Feder geflossen und der Unterschied der beiden war mir damals noch nicht ganz klar.

Kürzlich las ich von einem Mann, der sich freute, mit der Regel „Was du nicht willst, …“ sehr gut durchs Leben gekommen zu sein. Grund genug, wieder einmal über den Unterschied der beiden Regeln nachzudenken. Zwar werden beide Versionen als Varianten der „Goldenen Regel“ gesehen, genau betrachtet liegen aber Welten zwischen ihnen. Die Reim-Variante ist passiv: „Ich tu dir nichts, du tust mir nichts, wir lassen uns gegenseitig in Ruhe ...“ – und (ich ergänze inspiriert vom Zeitgeist): „… im Übrigen sind wir uns ziemlich egal!“ Jeder wird hier im Grunde auf sich selbst zurückgeworfen. Trotzdem würden wir uns ganz anders begegnen und für ein anderes Klima sorgen, dächten wir vor jedem Wort und jeder Tat nach, ob wir selbst so angesprochen oder behandelt werden wollten, wie wir es gerade vorhaben.

Jesus bringt den Satz aktiv: „Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ Was die passive Variante schützen will, ist hier schon längst mit inbegriffen - und noch weit mehr! Jesus geht es nicht nur darum, dass wir dem Nächsten nicht auf die Nerven gehen und Negatives vermeiden. Wer die goldene Regel nach Jesu Verständnis umsetzen will, der wird den Menschen mit offenen Augen begegnen, nach ihren Bedürfnissen fragen und sich in sie hineinversetzen. Denn es geht auch nicht darum, jedem unbedacht Gutes zu tun, so wie es mir gefiele – dem andern gefällt es vielleicht trotzdem nicht, weil er anders ist als ich. Mir scheint, die goldene Regel Jesu ist nicht nur ein Lebensmotto, sondern eher ein Lebenswerk!

Bildnachweis: de.freepik.com-Katemangostar

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