Fürchte dich nicht!

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Kann man sich auf Befehl „nicht fürchten“? Nicht nur Abram (1. Mose 15,1) hört einen Satz wie diesen. Noch intensiver wird es bei Josua (1,9): „Sei stark und sei mutig! Lass dir keine Angst einjagen, lass dich nicht einschüchtern!“.

In Jesaja 41,10 steht: „Schau nicht ängstlich nach Hilfe aus! Hab keine Angst!“ oder im Vers 14: „Erschrick nicht!“
Neben diesem kleinen Auszug biblischer Aufforderungen, was wir nicht tun sollen, gibt es umgekehrt auch viele positive, die mit den obigen gemeinsam haben, dass sie im Imperativ formuliert sind, also der Befehlsform. „Freut euch und jubelt“! heißt es in Sacharja 2,14. Und Paulus (Philipper 4,4) fordert seine Leser in einem Vers gleich zweimal auf: „Freut euch!“
Angst, Mutlosigkeit und Furcht sind ebenso wie Freude Gefühle, die unser Herz füllen. Können positive Gefühle befohlen werden?
Bei meinen Kindern hat dies nicht funktioniert. Wenn sie etwas aus dem Keller holen sollten, weigerten sie sich bis zu einem bestimmten Alter, dies zu tun, weil sie Angst hatten. Ein „fürchte dich nicht“ aus meinem Mund änderte schlicht nichts. Selbst wenn ich beschwichtigend sagte: „Du brauchst keine Angst zu haben, da unten ist nichts Schlimmes, es wird dir nichts passieren!“, half das nicht. Es gab nur ein Mittel, das dazu führte, dass sie schließlich doch in den Keller gingen: Ich musste das Kind an der Hand nehmen und mit ihm gemeinsam in den Keller gehen.
Um diese Dynamik weiß auch Gott, daher gibt es in den eingangs zitierten Versen allesamt eine Begründung, warum jemand keine Angst oder Furcht haben braucht, nicht zu erschrecken braucht, sondern stattdessen Mut und Freude empfinden darf.
So verspricht Gott Abram: „… denn ich bin dein Schutz und sehr großer Lohn!“ und Josua versichert er: „… denn Jahwe, dein Gott, steht dir bei, wo du auch bist!“. In Jesaja 41,10 und 13-14 ermutigt Gott: „… denn ich, dein Gott, stehe dir bei! … Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark und ich helfe dir! Ich halte dich mit meiner rechten und gerechten Hand. … Ich fasse dich bei der Hand, … ich selbst, ich helfe dir!“ Und der Grund zur Freude in Sacharja ist, dass Gott kommen wird und mitten unter seinem Volk wohnen will. Auch Paulus fordert uns nicht auf, uns einfach so zu freuen, sondern in Gemeinschaft mit unserem Herrn.
In einer Welt, in der es zunehmend bedrohlich ist, gibt es viel, wovor ich mich fürchten könnte. Da trösten und ermutigen mich solche Bibeltexte sehr, weil Gott mir verspricht: „Du bist nie allein!“

Alle Bibeltexte sind der Neuen evangelistischen Übersetzung entnommen.
 

Autor: Oliver Fichtberger

Bildnachweis: pixabay

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